Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch TANDEM
Maximilianstr. 7
D - 93047 Regensburg
Tel.: 0049 (0) 941 58 55 70
Fax: 0049 (0) 941 58 55 722
E-Mail:
vonkleinauf@tandem-org.de
Das Projekt "Von klein auf - Odmalička. Deutsch-tschechische Zusammenarbeit im Vorschulbereich" wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung: Investition in Ihre Zukunft.

AWO Kindergarten Hof + MŠ Cheb
Deutscher Projektpartner:
AWO Kindergarten Hof, Am Theresienstein 2, D - 95028 Hof;
Ansprechpartnerin: Frau Gabriele Rogge
Träger: AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e.V.
(weitere Kooperationspartner):
Kindergarten „Zum guten Hirten“, Erkersreuth
Kindergarten St. Franziskus, Wunsiedel
Tschechischer Projektpartner:
Mateřská škola Cheb, Komenského 27, CZ - 35002 Cheb;
Ansprechpartnerin: Frau Marie Nedvědová
Träger: Stadt Cheb
http://www.msosvobozeni.estranky.cz
Ziele und kurze Charakteristik der Zusammenarbeit:
Bei den gemeinsamen Projekten geht es vor allem darum, Freundschaften mit Kindern aus dem Nachbarland zu knüpfen. Denn nur so lässt sich die Entstehung von Vorurteilen gegenüber dem Nachbarland vermeiden bzw. lassen sich bereits vorhandene Vorurteile abbauen. Den Erzieherinnen ist dabei auch die Arbeit mit den Eltern sehr wichtig.
Deutsche Kinder lernen die tschechische Republik in erster Linie als Einkaufsland kennen. Bei den gemeinsamen Aktionen erfahren die Kinder, dass die Kinder in der Tschechischen Republik ähnliche Interessen haben wie in Deutschland.
Ein weiteres Ziel ist die Vermittlung von Deutsch bzw. Tschechisch als Nachbarsprache, um die Verständigung zu erleichtern und intensivere Begegnungen zu ermöglichen.
Für die Zukunft ist ein tschechischer Sprachkurs für die deutschen Kinder geplant.
Die Erzieherinnen der deutschen und tschechischen Kindertagesstätten tauschen sich regelmäßig über Arbeitsmethoden, Tagesabläufe und Strukturen aus. Sie bereichern so ihre eigene Arbeit und lernen die Arbeitsweise in der Partnereinrichtung kennen. Dies ist für die weitere Zusammenarbeit wichtig.
Gestärkt werden soll auch der informelle Bereich, so dass beispielsweise Begegnungen selbstständig zwischen den Eltern bzw. dem Elternbeirat und der Partner-Kindertagesstätte verabredet werden können.
Langfristiges Ziel auf der tschechischen Seite ist die Eröffnung einer zweisprachigen Kindertagesstätte in Cheb. Dazu wurde bereits ein Wegweiser zur Gründung einer deutsch-tschechischen Kindertagesstätte in Cheb herausgegeben.
Zeitraum und Entwicklung der Zusammenarbeit:
Seit mehreren Jahren besteht eine Arbeitsgemeinschaft zwischen den Kindergärten der Stadt Eger/Cheb und dem Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt Hof, dem Evangelischem Kindergarten „Zum guten Hirten“ Erkersreuth und dem katholischem Kindergarten „St. Franziskus“ in Wunsiedel. Jeder deutsche Kindergarten hat einen Partnerkindergarten in Cheb.
Gemeinsam organisieren die Erzieher/-innen Projekttage und Begegnungen, die abwechselnd auf der tschechischen und auf der deutschen Seite stattfinden.
Bei Hospitationen und gemeinsamen Arbeitssitzungen werden Informationen und praktische Erfahrungen, die das Schulsystem betreffen weitergegeben, es gibt Workshops und Familientreffen sowie Gespräche und Seminare mit Fachkräften aus dem Bereich vorschulische Bildung.
Zunehmend können auch Eltern für gemeinsame Aktivitäten gewonnen werden.
Seit kurzem besteht eine Zusammenarbeit mit der Fachakademie für Sozialpädagogik in Weiden. Die Student/-innen haben großes Interesse, einen Teil ihres Praktikums in einem tschechischen Kindergarten zu verbringen. Um die Sprachbarriere schon vor dem Praktikum zu verringern, besuchen die Praktikant/-innen vor ihrem Praktikum einen Tschechischkurs an der Fachakademie. Die tschechischen Erzieherinnen absolvierten einen Deutschkurs.
Bisherige Aktivitäten:
11/2005 gemeinsame Fachtagung mit Erzieherinnen aus den beiden Regionen in Zusammenarbeit mit dem Verein Evangelische Jugendsozialarbeit Hof und Umgebung e.V. (EJSA Hof/EIBA)
04/2006 „Piratenfest“ mit Kindern und Eltern
03/2006 gemeinsame Märchenauführung im Theater Cheb
07 – 09/2006 regelmäßige Treffen der am Projekt beteiligten deutschen und tschechischen Fachkräfte abwechselnd in Deutschland und Tschechien
07/2006 gemeinsamer Projekttag „Tag der Natur“ anlässlich der Landesgartenschau in Cheb
09/2006 „Familientag“ in der Burg Hohenberg
12/2006 gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Weihnachtskrippe bauen in Kindertagesstätten“ im Museum Cheb
05/2007 gemeinsamer Projekttag in Hof „Wir sind alle Freunde“ mit anschließender Ausstellung der beim Projekt entstandenen Bilder für die Famlie und die Öffentlichkeit
09/2007 gemeinsamer Projekttag in Cheb: „Wir sind alle Freunde der Tiere“ (Ponyreiten und Füttern der Tiere, gemeinsamer Spaziergang, Grillen)
02/2008 „Familientag“ in der Burg Hohenberg
03/2008 gemeinsames Arbeitstreffen der am Projekt beteiligten deutschen und tschechischen Fachkräfte
Häufigkeit der Begegnungen:
1xJahr ein gemeinsames zweitägiges Arbeitstreffen der am Projekt beteiligten deutschen und tschechischen Fachkräfte
1xJahr ein Projekt mit der Partnerkindertagesstätte
2xJahr Familientreffen
während des gesamten Jahres Praktika und Hospitationen
Zahl und Alter der Teilnehmer/-innen:
• z.B.: Tag der Natur 2006: 34 deutsche 24 tschechische Kinder, deutsche und tschechische Fachkräfte und Eltern
• z.B.: Familientag 2006: 8 deutsche und 2 tschechische Kinder, 7 deutsche und 2 tschechische Fachkräfte, 15 deutsche Eltern
• z.B.: Projekttag in Hof 2007: 24 tschechische. Kinder, 13 Erwachsene
• z.B.: Projekttag in Cheb 2007: 8 deutsche und 22 tschechische Kinder, 16 deutsche und 26 tschechische Erwachsene
Finanzierung:
Förderprogramm „Von klein auf - Odmalička“ (Dezember 2006 – März 2006), Beteiligung beider Gemeinden
Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit und deren Überwindung:
Ein großes Problem für die Kindertagesstätten besteht in der Auswertung der gemeinsamen Projekte, da beide Seiten keine Erfahrung damit haben und die Zentrale des Berufsförderzentrums viele große Projekte hat und kleine Projekte nicht mehr bearbeitet werden.
Eine weitere Schwierigkeit bestand in der unterschiedlichen Arbeitsweise der deutschen und der tschechischen Erzieherinnen. Die deutschen Fachkräfte hatten teilweise Probleme mit der Improvisation und der Planung der tschechischen Fachkräfte. Beide Partner mussten sich aufeinander zu bewegen, was durch regelmäßig stattfindende Arbeitstreffen und dem damit verbundenen näheren Kennenlernen wesentlich gefördert wurde.
Überwindung der Sprachbarriere:
Ein Hindernis ist die Sprachbarriere auf der Seite der deutschen Teilnehmer/-innen. Auf der tschechischen Seite sprechen die meisten Erzieher/-innen und Eltern zumindest teilweise deutsch. Für die tschechischen Kinder gibt es deutschen Sprachunterricht in der Kindertagesstätte. Von den Eltern wird jedoch oft wird die englische Sprache wichtiger eingeschätzt als die tschechische bzw. deutsche Sprache.
Zitate aus den Projektberichten:
AWO Kindergarten Hof
„Die Kinder aus Deutschland reisten gemeinsam mit einem Bus an, wurden begrüßt und anschließend erfolgte anhand von Symbolen die Aufteilung in kleinere gemischte deutsch-tschechische Gruppen.“
„Für manche Kinder war es die erste Begegnung mit Kindern aus dem Nachbarland. Die Kinder gingen vorurteilsfrei aufeinander zu“
„Darüber hinaus konnte bei den Kindern festgestellt werden, dass sie eine Vorstellung vom Nachbarland entwickelten.“
„Trotz der Sprachbarriere kann man eine Veränderung der Ansichten über das Leben auf der anderen Seite feststellen.“
„Die Kontakte sind mittlerweile selbstverständlich geworden. (…) Die Sichtweise verändert sich allmählich, man geht aufeinander zu. Partnerschaft wird gelebt.“
„Durch den Projekttag und den Familientag konnte die Akzeptanz gegenüber anderen Kindern gefördert werden, ebenso die Toleranz durch das sich näher kommen, (...). Bei den Kindern konnte festgestellt werden dass sie eine Vorstellung entwickelten vom Nachbarland.“
„Durch die regelmäßigen Planungs- und Reflexionstreffen hat sich eine stabile intensive vertrauensvolle Zusammenarbeit (der Fachkräfte) entwickelt. Durch den Perspektivwechsel (Hineinversetzen in die Situation des jeweils Anderen) findet gegenseitiges interkulturelles Lernen statt (unterschiedliche Herangehensweise bei der Planung und Durchführung von Aktivitäten, Ablauf von Besprechungen, Kommunikation etc.)“
Mateřská škola Cheb
„Es entstehen weiterhin nur wenig kameradschaftliche Beziehungen, aber trotzdem erinnern sich die Kinder an die Namen. Die Sprachbarriere hat nicht nachgelassen.“
„In den selbständigen Bereichen des Projektes gewannen die Kinder viele Kenntnisse beispielsweise zum Bereich Natur (…), sie hatten aber auch herrliche gemeinsame Erlebnisse, vertieften ihre Sprachkenntnisse, knüpften Freundschaften während der gemeinsamen Gruppenarbeit und lernten andere Kulturen kennen (Russland, Spanien, Italien, Holland und andere)“
„In der Zukunft möchten wir dieses Projekt weiter fortsetzen, da die Aktionen einen nachhaltigen Einfluss sowohl auf die Kinder als auch auf die Eltern und Erzieherinnen hat.“
letze Aktualisierung: 23.7. 2010